Der Sammelband verteidigt die grundsätzliche Möglichkeit einer fundamentalen Kritik des Islam als Herrschaftsideologie. Herausgeber Hartmut Krauss von der Redaktion der Zeitschrift Hintergrund erläutert in seinem Beitrag, daß es wesentlich Vorstellungen des orthodoxen Islam sind, die jene Sozial- und Moralordnung bestimmen, die bis heute die Basis des Islamismus abgibt. Deshalb sei eine Kritik am so verstandenen Wesenskern des Islam wichtig. Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte. Zunächst befassen sich acht Texte mit Islam, Islamismus und Islam-Apologie (hier fallen die größten Qualitätsunterschiede an, mehr als ein Artikel wirkt etwas aus der Hüfte geschossen). Die nächsten fünf Beiträge setzen sich kritisch mit dem "Islamophobie"- und Rassismus-Vorwurf auseinander. Dabei wählen sie unterschiedliche Zugänge; sie kritisieren die empirische Basis derartiger Vorwürfe, erläutern das islamische Religionsverständnis (das vielen Islam-Apologeten offensichtlich unbekannt ist) und die daraus resultierenden gesellschaftspolitischen Folgen, problematisieren das Denken in kollektiven Identitäten und polemisieren gegen die kulturrelativistischen Gender Studies. Anschließend beschreiben fünf Aufsätze die Frontstellung von säkularer Moderne und orthodoxem Islam. Im Anhang finden sich einige Dokumente einer sich emanzipatorisch verstehenden Islamkritik seit 2006. G. Reinsdorf