MIZ 1/26: Gegen die Abschaffung der Öffentlichkeit
In der Abschaffung der Öffentlichkeit sehen die Beiträge zum Titelthema der MIZ die Gefährdung kontroverser Debatten, die eine säkulare Gesellschaft braucht. Am Beispiel des kürzlich verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas verdeutlicht Chefredakteur Christoph Lammers, wie wichtig eine vernünftige Verständigung im Dialog als Gegenpol zu herrschaftlichen Diskursen ist.
In der Rubrik Staat und Kirche geht es einmal mehr um das kirchliche Arbeitsrecht. Mit dem Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm hat Udo Endruscheit ein zentrales Problem: Die medizinische Versorgung der Bevölkerung wird dem Selbstverständnis des Klinikbetreibers untergeordnet. Er fordert eine grundsätzliche Klärung, ob Eigentümerrechte als Rechtfertigung für die Verweigerung medizinisch unumstrittener Leistungen angeführt werden dürfen.
Mit der Profanierung von Kirchengebäuden und den Folgen vor allem für denkmalgeschützte Bauten befasst sich der Kunsthistoriker Ralf Kluttig-Altmann. Was bedeutet der fortschreitende gesellschaftliche Bedeutungsverlust der Kirchen für deren Immobilien? Was tun mit Gebäuden, die niemand mehr gemäß ihrem ursprünglichen Zweck mehr nutzt? Im ersten Teil der auf drei Teile angelegten Serie liegt der Fokus dabei auf der Analyse des Niedergangs der Kirchen.
Zwei Artikel fassen Ausprägungen des christlichen Fundamentalismus ins Auge. Matthias Pöhl berichtet über die jüngste Entwicklung beim evangelikal ausgerichteten Verein Mission Freedom. Dieser betrieb bis vor Kurzem über eine Tochtergesellschaft eine Einrichtung für traumatisierte Kinder. Wegen „kindeswohlgefährdender Erziehungsmethoden“ ist diese zuletzt ins Visier der Behörden geraten, die pädagogische Leitung wurde mit einem Tätigkeitsverbot belegt. Für den Autor ein Musterbeispiel für die Problematik einer durch streng religiös ausgerichtete Träger durchführten Sozialen Arbeit.
Um den rechten Rand der katholischen Kirche geht es im Beitrag von F.F. Katterfeldt. Ausgangspunkt ist eine Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse im März 2026, auf der sich „Lebensschützer“ über „linke Gewalt“ beklagten. Die dort aufgenommene Spur führt über Brasilien zum europäischen Hochadel – und einem internationalen Netzwerk katholischer Organisationen, die für Tradition, Familie und Privateigentum eintreten.
Außerdem dokumentiert das Heft die Liste der Säkularen Gefangenen 2026 und die MIZ-Redaktion informiert darüber, wie es ab 2027 mit der Zeitschrift weitergehen wird.
Daneben gibt es die Rubriken Blätterwald und Zündfunke, zwei Buchbesprechungen sowie die Internationale Rundschau.
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