Buchpräsentation und Ausstellungseröffnung
Am 1. Oktober war der Alibri Verlag im Aschaffenburger Kulturleben sehr präsent: Zunächst wurde im Stadttheater des Buch Fryheit 1525 von Johannes Büttner und Carsten Pollnick vorgestellt, später dann die Ausstellung zum Aschaffenburger Skizzenbuch von Marc Robitzky im Stadt- und Stiftsarchiv eröffnet.
Oberbürgermeister Jürgen Herzing erinnerte an die historische Situation, als 1525 auch die Stadt Aschaffenburg sich am Aufstand der Bauern gegen die Feudalherrschaft beteiligte. Damals seien erstmals von unten Forderungen nach grundlegenden Bürger- und Menschenrechte formuliert worden. Dies betonte auch Johannes Büttner, der das Buch vorstellte, über die Motivation, sich des Themas anzunehmen, sprach und erzählte, wie aus der Idee einer schmalen Broschüre ein reich illustriertes Buch von 120 Seiten wurde. In der anschließenden Diskussion ging es um die vorliegenden Quellen und mentalitätsgeschichtliche Fragen: Welche langfristigen Auswirkungen hatte die brutale Niederschlagung der bäuerlichen Erhebung auf den Widerstandsgeist der Landleute?
Auch die Ausstellung mit den Skizzen von Marc Robitzky wurde von Oberbürgermeister Herzing eröffnet. In den Bildern sah er eine künstlerische Form, Stadtgeschichte festzuhalten; so manche Aschaffenburger dürften sich in der Ausstellung wiederfinden. Joachim Kemper vom Stadtarchiv äußerte die Erwartung, dass die Ausstellung sich in den knapp drei Monaten zum Publikumsmagneten entwickeln dürfte. Danach erläuterte er, wie das Stadtarchiv solche „analogen“ Ereignisse durch Digitalprojekte zu ergänzen plant. Der Künstler selbst beschrieb, wie er seine Wahlheimatstadt beim Zeichnen neu entdeckte, und bedankte sich vor allem beim Kulturamt für die gute Zusammenarbeit.
Die Ausstellung geht noch bis zum 21. Dezember. Sie ist Dienstag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr und zusätzlich an einigen Wochenenden geöffnet. Sie enthält übrigens ein „Mitmachformat“, bei dem Besucher:innen ihren Lieblingsort eintragen können.
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