Christoph Antweiler im Gespräch
Im Juni wurde Alibri-Autor Christoph Antweiler zweimal zu Gesprächen eingeladen: Das SWR-Kulturgespräch „Es gibt keine Identität ohne Identi-Täter“ fand im Rahmen der Internationalen Schillertage auf der Bühne des Nationaltheaters Mannheim statt. Dabei erläutert er, wie das Denken in Universalien gegen das Denken in Identitäten steht. Nach Auffassung Antweilers liegt das Verbindende derzeit nicht im Trend, viele Konflikte werden kulturalisiert. Doch die identitätspolitischen Abgrenzungen kommt selten von den Menschen, sondern werden in der Regel von Repräsentanten einer kulturellen Gruppe eingeführt (und dann auch für machtpolitische Interssen genutzt). Antweiler betont die Bedeutung von Universalien, führt Beispiele an, wo ähnliche Probleme in verschiedenen Kulturen auf ähnliche Weise gelöst werden – völlig unabhängig voneinander und ohne dass eine genetische Disposition angenommen werden muss.
Kurz darauf wurde Antweiler von Sebastian Schnelle in Vorpolitisch zu seinem Buch Heimat Mensch interviewt. Auch hier forderte er Universalien und Vielfalt nicht gegeneinander auszuspielen. Wichtig erscheint ihm dabei, dass Kulturen nicht statisch sind und so manche identitätspolitische Erzählung die Homogenität der eigenen Gruppe stark übertreibt. Was Religion angeht, stellt Antweiler Religion und Religiosität einander gegenüber: Während letztere dazu führen kann, das Menschen bei der Suche nach Antworten auf Warum-Fragen zusammenkommen und gemeinsam dadrüber reden, wirkt sich organisierte Religion trennend aus, da sie Grenzen betont, um ein eigenes Profil auszubilden.
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