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Ilhan Arsel: „Frauen sind eure Äcker“ – Neuauflage

14 Dez, 2017 | Return|

Das Buch Frauen sind eure Äcker von Ilhan Arsel zeigt ein zu wenig bekanntes Gesicht der Türkei: das der geistigen Freiheit, der Rationalität im Denken, der Demokratie und Menschenrechte. Dabei ist die Liste derjenigen lang, die sowohl die Religion als auch den Islamismus kritisieren; eine Kritik, die in den letzten Jahrzehnten zunehmend zensiert und unterdrückt wird.
Auch der Verfassungsrechtler lhan Arsel übte bereits früh Kritik am erstarkenden religiösen Fundamentalismus; sein Buch erschien in der Türkei erstmals 1987 unter dem Titel Scharia und Frau. Es stellt die historische Entwicklung der Verachtung der Frau dar und beleuchtet ihre Stellung im Koran, den Hadithen (Überlieferungen) und in den Werken islamischer Gelehrter, wie sie vom Amt für Religiöse Angelegenheiten der Türkei (DITIB/Diyanet), zur „Erziehung der Bürger im Sinne der Scharia“ verbreitet werden. Diese Schriften stehen im Widerspruch zu demokratischen Grundwerten und den Menschenrechten und verhindern – in der Türkei wie in Deutschland – ein demokratisches Zusammenleben. Denn sie lehren neben der Gewalt über die Frau, auch religiösen Chauvinismus und so strikte Abgrenzung.
Obwohl das Buch Frauen sind eure Äcker nach dem Erscheinen der ersten und zweiten Auflage auf Betreiben der DITIB und der Staatsanwaltschaft in der Türkei verboten wurde, mussten die Gerichte dem Autor schließlich Recht geben. Das Buch konnte erscheinen.
Es ist das besondere Anliegen des Autors aufzuzeigen, dass durch die religiöse Tradition, die Scharia, ein würdevolles und partnerschaftliches Zusammenleben der Geschlechter verhindert wird: „Die Männer müssen sich dem Islam widersetzen, um Mensch zu werden. Die Rechte, die sie meinen, durch den Islam zu bekommen, rauben ihnen nicht nur die freie eigene Entwicklung, sondern auch die Frau, welche ihre Freundin, ihre Lebensgefährtin, ihre Geliebte, die sie liebende Frau sein kann.“ (Ilhan Arsel)
Für die Neuauflage wurde das Buch um einige Fehler bereinigt sowie um ein Sach- und ein Namensregister erweitert.

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