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Alternativer Medienpreis für Rolf Cantzen

18 Jun, 2024 | Return|

Am 14. Juni wurde zum 25. Mal der Alternative Medienpreis verliehen. In der Kategorie Geschichte fiel die Wahl auf Alibri-Autor Rolf Cantzen. Ausgezeichnet wurde die dreistündige Lange Nacht zum Thema „Deserteure in der Geschichte: Nicht töten und nicht getötet werden“, die in Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt wurde.
Im Interview sagt Cantzen, der Anstoß, sich mit dem Thema zu beschäftigen, sei der Krieg in der Ukraine gewesen. In der Berichterstattung werde kaum erwähnt, wie viele Männer sich dem Kriegsdienst entziehen: Schätzungen zufolge seien etwa 250.000 Ukrainer und mindestens 300.000 Russen ins Ausland geflohen, um der Einberufung zu entgehen. Dazu kämen noch zahlreiche Deserteure im eigentlichen Sinne, also Soldaten, die sich absetzen, wenn sie b ereits iin der Armee sind. Cantzen sieht es als Skandal an, dass diese Menschen in Deutschland nicht als politische Flüchtlinge anerkannt werden.
Ihn interessiert weniger die Frage, wie gerechtfertigt ein Krieg ist, sondern der einzelne Mensch, der sich in die Kriegssituation gestellt sieht. Deserteure würden weltweit verurteilt, heute wie in der Vergangenheit. Das komme wohl auch daher, dass die Weigerung, sich im Zweifelsfall für den Staat töten zu lassen, dessen Staatsbürger man ist, die Staatsidee infrage stelle. Gerade auch diesen herrschaftskritischen Impuls habe er darstellen wollen, meint Cantzen.
Der Alternative Medienpreis wird von der Nürnberger Medienakademie und der Stiftung Journalistenakademie ausgelobt und soll „Themen und Ansätze, die im Medienalltag oft vernachlässigt werden“, mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen. Zwar ist der Preis nur mit 500 Euro dotiert, aber wer ihn erhält, darf sich bestätigt fühlen, dass gerade Recherchen abseits des journalistischen Mainstreams einen wichtigen Beitrag zur kritischen uund demokratischen Kultur in Deutschland leisten.
Die Preisverleihung kann auf dem YouTube-Kanal der Deutschen Journalistenakademie angesehen werden. (Das Interview mit Rolf Cantzen kommt ab Minute 32.)

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