Radio-Feature zur Bekennenden Kirche von Karsten Krampitz
Anlässlich der Gründung der Bekennenden Kirche vor 90 Jahren hat der Deutschlandfunk am 22. Mai ein Radio-Feature von Alibri-Autor Karsten Krampitz ausgestrahlt. Unter dem Titel Der Mut der Frauen und die Predigt der Männer erinnert der Historiker daran, dass drei Viertel der Mitglieder der Bekennenden Frauen waren. Sie waren es im Wesentlichen, die das widerständige Potential der evangelischen Kirchenopposition ausmachten, indem sie beispielsweise Lebensmittelkarten sammelten und diese an untergetauchte Juden und „nichtarische“ Christen weitergaben. Nach der Befreiung vom Faschismus geriet dies in Vergessenheit, die Pfarrer und Theologen schrieben die Geschichte der Bekennenden Kirche (Sie vergaßen nicht nur das Engagement der Frauen, sondern auch, dass die Bekennende Kirche den faschistischen Staat als legitime Regierung anerkannt hatte, und machten aus dem Widerstand gegen die Gleichschaltung durch die Deutschen Christen einen Widerstand gegen das Regime, den allerdings nur Einzelne geleistet hatten.)
Am 28. Mai wurde ein Ausschnitt im Rahmen des Reigionsmagazins Tag für Tag wiederholt. Darin ging es um eine der vergessenen Frauen: Elisabeth Schmitz.
Karsten Krampitz hat mit seinem Buch „Jedermann sei untertan“ eine Geschichte des deutschen Protestantismus im 20. Jahrhundert geschrieben. Darin geht er ausführlich auf die Frage ein, ob die Bekennende Kirche als Widerstandsorganisation gesehen werden kann.
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