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MIZ 4/17: Wunder, Heiler, Aberglauben

05 Feb, 2018 | Return|

Um Wunder, Wunderheiler und den Glauben an beide geht es in der soeben erschienenen Ausgabe der MIZ. Glaube, so stellt Christoph Lammers im Editorial fest, nimmt gerade in diesen Zeiten, die von einem Rückgang des Glaubens gekennzeichnet sind, zu. Eine Paradoxie? Nein. Der Glaube verlagert sich, verharrt in Bereichen, die von der Kirche weitgehend aufgegeben worden sind, weil sie ihr peinlich wurden. Bernd Harder lenkt den Blick hier auf das Phänomen der Stigmatisierten. Der Glaube erobert aber auch Felder, in denen die Wissenschaft eigentlich das Sagen hat, wie Christa Federspiel am Beispiel der Geistheilerei demonstriert. Dass dies der Irrationalität des medizinisch-industriellen Komplexes geschuldet ist, liegt nahe.
Aber reicht das aus, um die beharrliche Verbreitung von Glauben unter den Menschen zu erklären? Stuart Vyse geht der Frage nach, ob abergläubische Rituale vielleicht wirklich funktionieren (und kommt zu einem nicht unbedingt zu erwartenden Ergebnis). Und Rüdiger Vaas verweist darauf, dass Wissenschaft (seriöserweise) keine Letztbegründungen anbietet, viele Menschen aber gerade nach solchen suchen.
In Berlin wird derzeit über eine Aufweichung des Neutralitätsgesetzes diskutiert – und ausgerechnet hochrangige Linke und Grüne wollen der religiösen Rechten die Tür öffnen. MIZ stellt eine Initiative, die das verhindern möchte, vor und spricht mit Lale Akgün, die deutliche Worte findet, über die Situation. Außerdem setzt sich Gunnar Schedel mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts auseinander, die Klage gegen ein Bußgeld, das die Initiative Religionsfrei im Revier bezahlen soll, weil sie am Karfreitag einfach so den Film Das Leben des Brian gezeigt hat, nicht zuzulassen.
In der letzten Folge der Serie #Luderei 2017 erinnert Karsten Krampitz an die Rolle der evangelischen Kirche in der DDR, an deren ziemlich erfolgreiches Konzept „Kirche für andere“ und die Vergesslichkeit der EKD.
In weiteren Beiträgen geht es um Nordkorea und die Hintergründe der Verfolgung religiöser Organisationen dort, worüber Nicolai Sprekels berichtet; um Stellenausschreibungen von Einrichtungen im kirchlichen Dunstkreis, die Assia Maria Harwazinski kritisch angeschaut hat; und um den neo-osmanischen Umbau der Türkei unter dem „neuen Sultan“ Erdogan, den Kemal Bozay vorstellt.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit auf der Webseite der MIZ.

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